
translating / leaking nature beschäftigt sich mit der Frage, wie wir Natur wahrnehmen – und was dabei verloren geht. Die vier schmalen Tafeln stehen nebeneinander wie unterschiedliche Versuche, denselben Eindruck festzuhalten. Auf ihren Oberflächen erkennt man Strukturen, die an Pflanzen, Fasern oder feine Bewegungen erinnern. Doch nichts lässt sich eindeutig benennen. Es wirkt, als würde Natur hier durch verschiedene Filter laufen und sich dabei jedes Mal ein wenig verändern.

Der Sockel unter den Tafeln, roh und ungleichmäßig, bildet dazu einen klaren Gegensatz. Er erinnert daran, dass Natur nicht glatt oder kontrollierbar ist. Während die Tafeln versuchen, einen Ausschnitt festzuhalten, zeigt der Sockel das, was sich nicht festhalten lässt – das, was entweicht oder „durchsickert“.
So entsteht ein Bild davon, wie schwierig es ist, Natur wirklich zu „übersetzen“. Immer bleibt ein Teil, der sich nicht greifen lässt. Doch gerade in diesem Moment des Lecks, des Entgleitens, zeigt die Arbeit ihre Stärke: Sie lädt dazu ein, genauer hinzuschauen und vielleicht eine neue, sensiblere Beziehung zu unserer Umgebung zu finden.

