Over a Fence  besteht aus zwei auf Multiplexplatten gedruckten Fotografien: einer 80 × 60 cm großen Nahaufnahme und einer 120 × 80 cm großen Überblicksaufnahme. Zusammen ergeben sie ein 80 × 180 cm großes Ensemble. Aus der Distanz wirken beide Bildteile wie ein einziger, fließender Zusammenhang – als würden die Linien und Bewegungen der Zweige sich nahtlos fortsetzen, obwohl die Perspektiven tatsächlich stark variieren.

Die kleinere Platte zeigt die Zweige aus unmittelbarer Nähe: dicht, verwoben und beinahe körperlich präsent. Die größere Platte öffnet den Blick und zeigt dieselbe Vegetation in ihrem Umfeld, wie sie sich zwischen und über einen Zaun hinweg ausbreitet. In dieser Gegenüberstellung entsteht ein spannendes Spiel mit Maßstab und Wahrnehmung: Detail und Überblick verschränken sich, sodass der Übergang zwischen beiden Ebenen im ersten Moment kaum sichtbar ist.

Die zahlreichen Zweige formen gemeinsam eine große, organische Bewegung, die sich über die Grenze des Zauns hinwegzieht. Dadurch wird der Zaun weniger zum trennenden Element, sondern eher zum Rahmen, durch den die natürliche Dynamik sichtbar wird. Die Arbeit lenkt den Blick darauf, wie Perspektive – Nähe und Distanz, Fokus und Übersicht – Einfluss darauf hat, wie wir Landschaft und deren Strukturen wahrnehmen. Gleichzeitig zeigt sie, dass natürliche Bewegungen selbst dort weiterlaufen, wo wir Menschen Grenzen ziehen.