
perspectives of an arc zeigt denselben bogenförmig gewachsenen Ast aus drei verschiedenen Blickrichtungen und erweitert diesen Rhythmus mit einer vierten Fotografie von weiteren Bögen. Die 40 × 240 cm große Arbeit ist über eine Raumecke installiert, sodass die fotografische Linie des Astbogens sich räumlich fortsetzt und beide Wandflächen miteinander verbindet.
Die Ansichten zeigen, wie sich der Bogen je nach Hintergrund unterschiedlich einprägt. Dabei entfaltet die Form des Astes eine eigene, leise Poetik: Der Bogen wiederholt sich nicht einfach, sondern variiert, verschiebt und moduliert sich von Bild zu Bild. Er erscheint einmal grafisch und frei, einmal eingebettet und fast versteckt im Geflecht der Umgebung. Diese Wiederkehr in veränderter Gestalt erzeugt einen visuellen Rhythmus, der zwischen Ruhe und Bewegung oszilliert.

In der Eckinstallation verstärkt sich dieser Rhythmus. Die Linie setzt sich scheinbar über die Wandkante hinweg fort, biegt ab, hebt an und fällt wieder zurück. So entsteht ein Zusammenspiel aus Kontinuität und Bruch, das die Wahrnehmung der Betrachter*innen subtil lenkt. Die Arbeit zeigt, wie ein einzelner Naturbogen durch Perspektivwechsel und räumliche Präsentation zu einer fast architektonischen Geste wird, die den Raum strukturiert und zugleich eine stille, organische Poesie entfaltet.
